Enduro-Tour durch Kambodscha mit HeatPaxx Kühlwesten: Ein Reise- und Testbericht


     



     Mit der Enduro in KambodschaEnduro in Kambodscha



    Nach meiner Ankunft in Phnom Penh und einigen lustigen Abenden mit Reini (a.k.a. Reinhard Trippmacher), dem Dresdner Exil-Motorradfreak und sächsischem Residenten in Phnom Penh und einigen Freunden ging es zunächst noch mit dem Boot auf dem Mekong Richtung Südvietnam, wo wir noch einige schöne Tage im Mekong-Delta und Saigon verbrachten. Nach der Rückreise mit dem Bus von Saigon nach Phnom Penh kam ich bei Reini an, der gerade noch dabei war, unsere Motorräder für die Tour akribisch vorzubereiten. Am nächsten früh ging es los, bei schon in den Morgenstunden krasser Hitze war man bereits nach dem Anziehen der Ausrüstung komplett nassgeschwitzt. Die Motorräder sind von Reini liebevoll gepflegte Honda XR 250 bzw. XR 400, dankbare luftgekühlte Enduros, mit denen man zwar heutzutage keine Enduro-Rennen gewinnen könnte, die aber auf Grund ihrer robusten und einfachen Konstruktion insbesondere ohne Wasserkühlkreislauf, der mitten im Dschungel irgendwo kaputt gehen könnte, perfekt für diese Regionen sind.



    Dauerregen in Kambodscha



    Zunächst geht es durch den chaotischen Verkehr in Phnom Penh Richtung Mekong und dann am Fluss aufwärts, wobei der infernalisch laute Auspuffsound der Hondas immer für genügend Respekt im Verkehr der Mopeds und Scooter sorgt ;) Nachdem wir endlich aus der Stadt entkommen sind und die ersten 50 km Landstraße mit wahnsinnigen LKW- und Autofahrern hinter uns haben, biegen wir auf kleine Nebenstraßen ab und fahren direkt am Mekong immer flussaufwärts, um dann mit einer abenteuerlichen Fähre den Fluss zu überqueren und Richtung Nordosten in die Region Mondulkiri abzubiegen. Nach der ersten Übernachtung geht es am nächsten Morgen weiter, wobei aus den Straßen schon längst rötliche und schwer zerlöcherte Gravel-Roads geworden sind und wir die meiste Zeit im Stehen fahren. Hier leistet mir die Kühlweste der Heatpaxx-Jungs schon die ersten guten Dienste, da es in Kambodscha jeden Tag einfach nur heiß (ca. 37 Grad +) und das fahren mit Gepäck auf dem Rücken teilweise anstrengend ist.



    HeatPaxx KühlwestenHeatPaxx Kühlwesten im Einsatz



     



    Die Kühlweste funktioniert erstaunlich gut und hält über mehrere Stunden angenehm kühl, bis der Effekt langsam nachlässt. Sobald Sie dann wieder mit Wasser getränkt wird, kühlt sie wieder einwandfrei. Das Ganze funktioniert auch unter dem Brustpanzer (Protektorenweste), welche beim Endurofahren absolut unverzichtbar ist, wobei an den Stellen, wo der Protektor direkt auf der Weste aufliegt, die Verdunstung und damit die Kühlung etwas gehemmt ist. Insgesamt ist die Weste aber unbedingt zu empfehlen, der Effekt lässt sich insbesondere im Vergleich zu anderen Fahrern sehen, die komplett verschwitzt sind, während man sich selbst noch frisch fühlt. Der Kreislauf wird weniger belastet, man kann länger konzentriert fahren, was beim Endurofahren essentiell ist. Denn die Stürze komme meist, wenn man unkonzentriert wird und gleichzeitig die Kraft nachlässt. Nach endlosen weiteren Kilometern durch den Dschungel auf komplett gefluteten Logging-Roads mit bis zu 1,50 tiefe Schlammlöchern, über Flüsse mit brückenartigen Holzgebilden und Dörfern mit Holzhütten kommen wir in der Nacht sehr erschöpft in der Nature Lodge in Sen Monorom / Mondulkiri an und werden von den Besitzern, welche Freunde von Reini sind, herzlich empfangen.



    Kinder in KambodschaKinder in Kambodscha



    Jeder bekommt eine wunderschöne Holzhütte und ein großes Steak und wir fallen zufrieden in unsere Betten. Mondulkiri ist eine wunderschöne bergige Provinz in Kambodscha, in der das Klima im Vergleich zum Rest des Landes sehr angenehm ist, so dass man vor allem nachts mal durchatmen und ohne Klimaanlage bzw. Ventilator schlafen kann. In den nächsten Tagen starten wir von Sen Monorom aus unsere Hardcore-Endurotouren. Reini ist ein Super Führer, er spricht fließend Khmer und kennt sich sehr gut aus, man merkt doch die zehntausenden Motorradkilometer, die er in den letzten 6 Jahren in ganz Kambodscha schon abgespult hat. Wir fahren auf kleinen Pfaden durch den Dschungel, Brücken gibt es für die Flussüberquerungen schon lange nicht mehr, es heißt nur noch „Augen zu und durch“ ;) Und ständig wieder extrem steile und steinige Auf- und Abfahrten, die sich mit Flussquerungen, Schlammlöchern tiefen Dschungel und wieder den tief zerfurchten illegalen Holzfällerwegen abwechseln.



    Flussüberquerung in KambodschaEnduro in Kambodscha



     



    Irgendwann fahren wir beiden nur noch wie in Trance, nur noch vorwärts, immer fahren, bloß nicht nachdenken, Gas auf und durch oder drüber. Richtige Wege gibt es schon lange nicht mehr, wir schlagen uns nach GPS irgendwie durch den Dschungel. Hier lerne ich meine Kühlweste lieben, denn ohne wäre ich an diesem Tag wohl irgendwann einfach nur vom Motorrad gefallen. Gedanken, wie was wohl passiert, wenn ich hier richtig stürze und mir ein Bein breche oder die Schulter (der Klassiker bei Endurostürzen) verletzte, schiebe ich schnell wieder beiseite. Das wäre hier tatsächlich ein wirkliches Problem. Irgendwann wird klar, dass wir vor Einbruch der Dunkelheit es keinesfalls in die nächste Stadt schaffen werden und bereite mich seelisch und moralisch auf eine bitterkalte Nacht im Wald neben den Bikes vor. Aber Reini kommt die rettenden Idee, er sucht im GPS die Koordinaten eines Hilltribe-Dorfes, durch das er bei seinen Touren einmal gefahren ist. Wir erreichen das Dorf gerade noch vor Einbruch der Dunkelheit und sind wie bei jeder Rast natürlich erstmal die absolute Attraktion. Man fühlt sich wie ein Alien, welches gerade auf einem anderen Planeten gelandet ist (und wird auch so angeschaut ;) )



    Unterkunft in Kambodscha



     



    Nach einigen Gesprächen und Zigaretten mit dem Dorfältesten bittet Reini für uns um Asyl, welches uns auch freundlich gewährt wird. Nach einer lustigen Nacht im Dorf nebst Übernachtung im Dorfladen, der auch gleichzeitig zentraler Treffpunkt ist, starten wir am nächsten Morgen nach dem Sonnenaufgang wieder in Richtung Hauptstadt, die wir nach einem langen Tag auf dem Motorrad am Abend wieder erreichen.



     



    On the Road



    Ortschaft in Kambodscha



     



    Viel zu früh geht eine traumhafte Motorradreise zu Ende, die mir Eindrücke und Einblicke in das Land und seine wahnsinnig freundlichen Menschen beschert hat, die ich nie vergessen werde.



    Reini, ich Danke dir!!!



    Viele Grüße, Euer Andy



     



    Wir Danken Andy Müller für diese Eindrücke von seiner Fahrt durch Kambodscha und für seinen Test unserer Kühlwesten unter Extrembedingungen.